Unsere Arbeit am Projekt

Die Arbeit an unserem Projekt Stolpersteine begann im Herbst 2011. Um uns an die Stolpersteine heranzuführen, hat unser damaliger Lehrer Herr Rachau mit uns einen Spaziergang zu benachbarten Stolpersteinen gemacht und dort von uns Schülern selbst die Biographie der entsprechenden Opfer vorlesen lassen. Anschließend teilten wir die Klasse in mehrere Gruppen ein, die unterschiedliche Aufgaben zu bearbeiten hatten. Eine Gruppe befasste sich mit der Aufnahme der Audiodateien, eine andere kennzeichnete jeden einzelnen Stein auf einem Stadtplan von Kiel und erstellte Routen für einzelne Schulen, die zum Beispiel im Geschichtsunterricht nützlich sein können. Da eine Ausstellung in unserer Schule geplant war, gab es ebenfalls eine Gruppe, die sich hierum kümmern sollte. Darunter fielen die Kreation von verschieden Plakaten und die Erarbeitung eines Gedenkbuches, in dem alle Biographien mit dem dazugehörigen Stolperstein zu finden waren.
Zu guter Letzt sollte eine Homepage erstellt werden, die alle Arbeiten nochmal zusammenfasst.

 

Die Arbeit in den einzelnen Gruppen verlief insgesamt gut, nahm jedoch viel Zeit in Anspruch. Leider wurde das Gedenkbuch aufgrund der knappen Zeit bis zur Ausstellung in der Schule nicht rechtzeitig fertig und konnte aus diesem Grund bei dieser nicht ausgelegt werden. Überraschenderweise ergaben sich vor der Ausstellung sonst keine weiteren Komplikationen und wir konnten unsere Arbeit stolz und entspannt der Stadtpräsidentin, Vertretern der jüdisch-christlichen Gemeinde Kiel, Lehrern, Mitschülern und ineteressierten Eltern präsentieren.

Das Interesse der Christlich-Jüdischen Gesellschaft war sogar so groß, dass wir wenige Wochen später eine zweite Ausstellung in der St. Ansgar-Kirche zu Kiel organisierten. Auch die Kieler Nachrichten waren anwesend und haben über unsere Ausstellungen berichtet.

 

Aufgrund eines Lehrer- und Standortwechsels unserer Schule, musste unsere Arbeit dann leider einige Zeit ruhen und wurde erst 2013 von zwei Schülerinnen wieder aufgegriffen. Im Zusammenhang mit dem Thema „Nachbarn in der Geschichte“, haben wir unser Projekt neu strukturiert und um einige Elemente erweitert.

Wir führten eine Umfrage bei einigen der heutigen Bewohner der Opferhäuser durch und hatten dabei so manches interessantes Gespräch. Da wir am ersten Tag unserer Befragung eine ungünstige Uhrzeit gewählt hatten, nämlich um die Mittagszeit, verlief diese nicht so erfolgreich. Das Problem war, dass wir kaum Leute angetroffen haben, die wir befragen konnten, ganz im Gegensatz zum zweiten Tag. Hier haben wir uns nachmittags auf den Weg gemacht und deutlich größere Erfolge erzielt. So konnten wir uns einen Überblick über die Menschen in der Nachbarschaft der Stolpersteine und Ihr Wissen über die Geschichte der Opfer verschaffen.

 

Die Suche nach Zeitzeugen, die uns über ihre Erlebnisse berichten konnten, gestaltete sich sehr schwierig.Doch drehte eine Parallelklasse einen Film, welcher ein Gespräch mit der Zeitzeugin Ruth S. beinhaltet. In diesem Film erzählt sie die Geschichte von Familie Wallach, ihre Nachbarn zur Zeit des Nationalsozialismus. Familie Wallach war auch Opfer des NS-Regimes und bekam erst im Juni 2012 einen Stolperstein vor ihrem letzten Wohnort verlegt, weshalb dieser Stein und die Biographien der Familie noch nicht in dem ersten Teil unseres Projektes enthalten sind. Durch die Zusammenarbeit der Klassen entstanden weitere wichtige Ergebnisse.

 

Letztlich blieb noch die Weiterbearbeitung der Homepage, in der wir auch unsere neusten Texte und Ergebnisse veröffentlichen wollen.
Das Hinzufügen der einzelnen Elemente war kein Problem, jedoch das Speichern der Homepage auf einer CD schien uns aufgrund von mangelnden technischen Kenntnissen nahezu unmöglich. Zum Glück konnte uns hierbei ein Nachbar helfen, was uns zeigte, wie sehr es von Vorteil ist eine gute Nachbarschaft zu pflegen - gestern wie heute!

 

Besonders gut finden wir, dass wir das Projekt nun mit unserem jetzigen Lehrer Herrn Adrian aufgreifen und fortführen konnten. Folgende Klassen sollen es mit ihm weiter aktuell behandeln.

 

Obwohl es ein sehr mitnehmendes Thema ist, hat der ganzen Klasse die Arbeit am Projekt großen Spaß gemacht. Auch wenn es hier und da zu kleineren Schwierigkeiten kam, haben deren Lösungen uns nur gestärkt und motiviert. Die Geschichte hinter den Stolpersteinen hat uns geprägt und dafür gesorgt, dass jeder von uns nun „eine Stimme gegen das Vergessen hat“.




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"Wer den Audioguide anhört, gedenkt einen Moment in Stille."

 

- Luca Prinz, Schüler, BG13h.